HINSCHAUEN #3
Kulturfestival zu Obdach- und Wohnungslosigkeit

28. – 30. August 2026, 15-22 Uhr
Eugeniu-Botnari-Platz
vor dem Bahnhof Lichtenberg

(c) Grafik Julia Kopa

HINSCHAUEN ist Teil der Eugeniu Botnari Gedenkwochen. Einen aktuellen Podcast mit Martin Heesch könnt ihr hier hören.

Zum dritten Mal verwandelt sich der Vorplatz des Bahnhofs Lichtenberg im August in eine Bühne für Menschen mit und ohne Obdach: HINSCHAUEN findet 2026 bereits zum dritten Mal statt und lädt an drei Tagen zu Theater, Musik, Fotografie und Begegnung ein.
Der Bahnhofsvorplatz ist ein Treffpunkt für Menschen ohne festen Wohnsitz und gleichzeitig ein Drehkreuz für unzählige Pendler*innen – ein Schmelztiegel, ideal geeignet, um Schicksale sichtbar zu machen und für die Notlage der Betroffenen zu sensibilisieren.
Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAG W) zog zu ihrer Bundestagung im November 2025 eine alarmierende Bilanz: Die Zahl der wohnungslosen Menschen in Deutschland steigt weiter kontinuierlich an, ebenso die Zahl derer, die ganz ohne Unterkunft auf der Straße leben. Hinzu kommt eine erhebliche und stetig wachsende Dunkelziffer verdeckter Wohnungslosigkeit – Menschen, die etwa vorübergehend bei Angehörigen oder Bekannten unterkommen und in keiner Statistik auftauchen. Auch die Armut in der Gesellschaft nimmt zu. Während Bundesregierung und EU und der Berliner Senat das Ziel ausgeben, Wohnungslosigkeit bis 2030 zu überwinden, wächst das Problem stetig weiter. Es braucht einen Politikwechsel ebenso wie einen gesellschaftlichen Wandel; eine Kultur, die hinschaut und handelt.
Zu den Programm-Highlights zählen die THEATERPERFORMANCE „würde würde“ der MäntelGäng, gespielt von Menschen mit Obdachlosigkeits- und Armutserfahrung, sowie die OPEN-AIR-FOTOAUSSTELLUNG „my street is my castle“, für die Menschen ohne festen Wohnsitz mit Einwegkameras ihre eigene Perspektive auf die Stadt festgehalten haben. Beim FEST DER BERLINER STRASSENMUSIKER*INNEN treten Künstler*innen quer durch alle Genres auf – für viele von ihnen ist Straßenmusik die einzige Einnahmequelle. Andreu Andreu entführt mit dem GEMÜSETHEATER „Das Totenerweckungssüppchen“ junges Publikum ab 4 Jahren in die Geschichte von Ralf, der Karotte, und seinen Freunden. Auf dem Markt der Möglichkeiten präsentieren sich BERLINER INITIATIVEN der Obdach- und Wohnungslosenhilfe mit Beratung, Essens- und Kleiderausgabe; außerdem singt der von raumlaborberlin und Bernadette La Hengst gegründete Nachbarschafts- und Protestchor CHOR DER STATISTIK utopische Lieder über Nachbarschaft und Stadtentwicklung und macht die Verbindung von Wohnungslosigkeit und Wohnungspolitik künstlerisch erfahrbar. Bei den KLAPPSTUHLGESPRÄCHEN kommen Betroffene, Politiker*innen und Vertreter*innen von Initiativen ins Gespräch, und auf der OFFENEN BÜHNE ist Platz für spontane Beiträge.

Schirmherr: Martin Schaefer, Bezirksbürgermeister von Lichtenberg
Konzept und künstlerische Leitung: Martin Heesch